← Home · Labor

Atterberg-Grenzen im Saarland: Konsistenzbestimmung bindiger Böden

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

In Saarbrucken begegnen uns im Labor immer wieder die gleichen, charakteristischen Tone und Schluffe des Karbon und Perm. Gerade die Verwitterungsböden des Saarbrücker Sattels zeigen ein Verhalten, das man ohne eine fundierte Bestimmung der Konsistenzgrenzen kaum vorhersagen kann. Unsere Routine: die Ermittlung der Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN EN ISO 17892-12. Wenn ein Aushub im Stadtteil St. Johann bei wechselhafter Witterung plötzlich aufquillt, wissen wir, dass der natürliche Wassergehalt nahe der Fließgrenze liegt. Deshalb ergänzen wir die Versuche oft mit einer Korngrößenanalyse, um den Feinkornanteil exakt zu quantifizieren und die Plastizitätszahl korrekt einzuordnen.

Die Plastizitätszahl ist für uns in Saarbrucken der Schlüssel zur Bewertung der Empfindlichkeit bindiger Böden gegenüber Wasserzutritt.

Methodik und Umfang

Unser geotechnisches Labor in Saarbrucken arbeitet mit dem klassischen Casagrande-Gerät und standardisierten Ausrollvorrichtungen. Der Ablauf ist strikt normiert: Das Feinmaterial wird mit destilliertem Wasser aufbereitet und über 24 Stunden eingeweicht, bevor wir es in die Schale geben. Entscheidend ist das Füllen der Furche – ein Handgriff, der Erfahrung verlangt. Bei den sandig-tonigen Mischböden, wie wir sie oft am Saarufer bei Malstatt antreffen, zeigt sich die Ausrollgrenze nicht immer eindeutig. Hier zählt das geschulte Auge, um die 3 mm dicke Wulst ohne Zerbröseln zu erreichen. Jeder Prüfwert wird mehrfach bestimmt, um die Streuung gering zu halten, und das Ergebnis liefert eine klare Aussage zur Plastizität des Bodens.
Atterberg-Grenzen im Saarland: Konsistenzbestimmung bindiger Böden
Technisches Referenzbild — Saarbrucken

Lokale Besonderheiten

Die DIN 4022 und der Eurocode 7 verlangen für bindige Böden zwingend die Klassifikation über die Atterberg-Grenzen. Das Saartal mit seinen quartären Auelehmen und tonigen Sedimenten birgt ein spezifisches Risiko: Bei Wasserzutritt, etwa durch Starkregenereignisse im Bereich der Saarbrucker Tallagen, können diese Böden von halbfester in breiige Konsistenz übergehen. Ein Fundament, das auf einem solchen Boden ohne Berücksichtigung der Plastizitätseigenschaften gegründet wird, erfährt Setzungen, die weit über dem zulässigen Maß liegen. Besonders kritisch wird es bei wechselgelagerten Schichten, wie sie an den Hängen des Halbergs auftreten. Hier hilft nur eine sorgfältige Probenahme und die präzise Bestimmung der Konsistenzzahl, um die Tragfähigkeit realistisch einzuschätzen.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.vip

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
NormDIN EN ISO 17892-12:2018
PrüfmaterialKornfraktion < 0,4 mm
Fließgrenze (wL)25 bis >100 % Wassergehalt
Ausrollgrenze (wP)10 bis 45 % Wassergehalt
Plastizitätszahl (IP)wL - wP
Konsistenzzahl (IC)(wL - w) / IP
Typische Dauer3 bis 5 Arbeitstage

Zugehörige Fachleistungen

01

Wassergehalt nach DIN EN ISO 17892-1

Trocknung im Ofen zur Bestimmung des natürlichen Wassergehalts als Basis für die Berechnung der Konsistenzzahl und die Bewertung des aktuellen Bodenzustands vor Ort.

02

Schrumpfgrenze als Ergänzung

Für hochplastische Tone, wie sie vereinzelt im Bereich Dudweiler anstehen, ermitteln wir die Schrumpfgrenze, um das Volumenänderungspotenzial bei Austrocknung zu quantifizieren.

03

Zustandsgrenzen in Kombination mit Proctor

Die Plastizität steuert maßgeblich den optimalen Wassergehalt beim Verdichten. Wir kombinieren die Atterberg-Grenzen mit dem Proctorversuch, um realistische Einbauvorgaben für bindiges Aushubmaterial zu definieren.

Geltende Normen

DIN EN ISO 17892-12:2018, DIN 18196 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, Eurocode 7 (DIN EN 1997-2:2010-10), DIN 4022 – Benennen und Beschreiben von Boden und Fels

Häufige Fragen

Warum sind die Atterberg-Grenzen im Saarland so wichtig?

Die verwitterten Tonsteine des Karbon und die Auelehme entlang der Saar reagieren extrem empfindlich auf Wassergehaltsänderungen. Ohne die Kenntnis von Fließ- und Ausrollgrenze lässt sich die Konsistenz und damit die Tragfähigkeit dieser Böden nicht zuverlässig beurteilen – ein Risiko, das im Saarbrücker Stadtgebiet mit seinen vielen Hanglagen und Gewässernähe besonders ins Gewicht fällt.

Was kostet die Bestimmung der Atterberg-Grenzen in Saarbrucken?

Die Laborprüfung bewegt sich je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand in einem Rahmen von €60 bis €100 pro Probe. Bei größeren Serien aus einem Bauvorhaben in Saarbrucken lassen sich die Kosten pro Einzelprobe meist reduzieren.

Welche Probenmenge wird für den Versuch benötigt?

Im Regelfall reichen etwa 300 g der Fraktion kleiner 0,4 mm. Bei stark tonigen Böden aus dem Saarbrücker Untergrund ist es hilfreich, wenn Sie uns eine etwas größere Menge des gestörten Materials bereitstellen, damit wir die Einweichzeit optimal anpassen können.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Saarbrucken und seinem Großraum.

Größere Karte ansehen