Der Sandkegelapparat besteht aus einem Glaskolben mit genormtem Auslaufkonus und einer kalibrierten Grundplatte – mehr als 6 kg wiegt das Komplettset, wenn wir es auf die Baustelle im Saartal bringen. In Saarbrucken, wo die quartären Kiese und Sande der Saarterrassen oft direkt unter einer dünnen Auelehmdecke anstehen, führt unser Laborpersonal den Versuch nach DIN 18125-2:2020 durch. Die Methode eignet sich für Grob- und Mischböden bis zu 63 mm Größtkorn, genau das Material, das man auf Geländeniveau in St. Johann oder am Rotenbühl antrifft. Verdichtungsgrade von 97 % oder 100 % sind kein abstrakter Wert, sondern Ergebnis jeder einzelnen Messung, die wir dokumentieren. Gerade bei Aufschüttungen im Bereich der ehemaligen Industrieflächen nahe der Saar wird die Dichtekontrolle zum Prüfstein für spätere Setzungsfreiheit. Der Versuch liefert uns in etwa 20 Minuten einen Wert, mit dem der Einbaufortschritt sofort weitergesteuert werden kann. Wir arbeiten mit kalibriertem Prüfsand, dessen Schüttdichte täglich kontrolliert wird, bevor der erste Trichter aufgesetzt wird.
Das Sandkegelverfahren ist die genormte Referenzmethode – wenn Lastplatte und Flächendensitometer an ihre Grenzen stoßen, zählt nur der Sandkegel.
Lokale Besonderheiten
Ein Bauvorhaben auf der Trasse der ehemaligen Bahnstrecke Saarbrucken–Sarreguemines zeigte, wie trügerisch verdichtet wirkende Tragschichten sein können. Die Ausgangsmaterialien bestanden aus recyceltem Gleisschotter und umgelagertem Buntsandstein-Verwitterungsschutt – eine Mischung, die optisch kompakt erschien, aber bei der Felddichtebestimmung nur 91 % der geforderten Proctordichte erreichte. Ohne den direkten Aufschluss wäre die Asphaltdecke auf einer zu weichen Unterlage eingebaut worden. Solche Szenarien wiederholen sich in Saarbrucken immer wieder, besonders auf den Kuppen des Saarkohlenwaldes, wo Hangan-Schutt und bindige Verwitterungslehme in Wechsellagerung auftreten. Die Felddichtebestimmung ist hier das einzig sichere Abnahmekriterium, weil jeder Quadratmeter anders reagiert. Bei Unterschreitung des Verdichtungsgrades steuern wir sofort nach – mit Rüttelverdichtung oder angepasstem Walzschema – und prüfen unmittelbar nach. Wer auf die Dichteprüfung verzichtet, riskiert Nachverdichtungen unter Verkehr, die in Rissen und Spurrinnen enden. Die Kosten für eine nachträgliche Tragschichterneuerung übersteigen den Prüfaufwand um ein Vielfaches.
Häufige Fragen
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Saarbrucken?
Die Kosten für eine Felddichtebestimmung mittels Sandkegelverfahren liegen in Saarbrucken typischerweise zwischen €100 und €140 pro Messstelle, abhängig von der Anzahl der Prüfpunkte und der Entfernung. Enthalten sind Anfahrt, Durchführung nach DIN 18125-2:2020 und ein Prüfprotokoll mit Verdichtungsgrad.
Wie tief kann mit dem Sandkegelverfahren geprüft werden?
Das Verfahren prüft oberflächennah, üblicherweise in der eingebauten Lage bis etwa 30 cm Tiefe. Bei größeren Einbaudicken wird jede Lage einzeln vor dem Aufbringen der nächsten Schicht geprüft, um durchgehende Verdichtung nachzuweisen.
Welche Norm gilt für das Sandkegelverfahren in Deutschland?
Die Durchführung ist in DIN 18125-2:2020 'Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Dichte des Bodens, Teil 2: Feldversuche' geregelt. Diese Norm definiert Gerät, Kalibriersand, Versuchsablauf und Auswertung verbindlich.
Warum wird in Saarbrucken so oft das Sandkegelverfahren eingesetzt?
Die heterogenen Böden im Saartal – von Flusskiesen über Auffüllungen bis zu Buntsandstein-Verwitterung – enthalten oft Grobkornanteile über 31,5 mm, die Flächendensitometer verfälschen. Der Sandkegel liefert hier verlässliche Werte und ist bei der Abnahme von Bauleistungen als Referenzverfahren anerkannt.