Bei der Erweiterung eines Gewerbebaus nahe der Saar in Saarbrücken stieß das Planungsteam auf heterogene Auffüllungen mit Kohle- und Bauschuttresten, typisch für das ehemalige Industrieareal. Die Rammkernsondierung kam hier an ihre Grenzen, weil Steine die Sondierstäbe blockierten. Wir setzten daraufhin eine schwere CPT-Raupe ein, die den Spitzendruck mit 20 Tonnen Auflast kontinuierlich durch die Wechsellagerungen trieb. Das Ergebnis war ein lückenloses Profil über 18 Meter Tiefe, das die weichen Schichten präzise von den tragfähigen Kiesen des Quartärs trennte. In Saarbrücken mit seinen oft wechselhaften Untergründen aus karbonischen Tonsteinen, Buntsandstein und quartären Flusssedimenten ist die Drucksondierung das Mittel der Wahl, wenn es auf jede Dezimeter an Information ankommt. Wir kombinieren den CPT-Versuch bei Bedarf mit der Korngrößenanalyse zur Validierung der abgeleiteten Bodenklassifikation.
2 cm Messintervall, drei Parameter simultan – der CPT liefert ein digitales Fingerabdruck des Baugrunds, das keine Bohrung ersetzen kann.
Methodik und Umfang
Saarbrücken liegt mit seinen knapp 180.000 Einwohnern in einer tektonisch interessanten Zone, geprägt vom Saar-Nahe-Becken und den Ausläufern des Pfälzerwaldes. Die quartären Kiese und Sande der Saaraue erreichen Mächtigkeiten von über 10 Metern und sind oft von Auelehm überdeckt. Der CPT-Versuch nach DIN EN ISO 22476-1:2014-03 liefert hier drei kontinuierliche Messgrößen: den Spitzendruck qc, die lokale Mantelreibung fs und optional den Porenwasserdruck u₂. Das Reibungsverhältnis Rf erlaubt eine zuverlässige Bodenansprache ohne Bohrung – entscheidend in Saarbrücker Stadtteilen wie Malstatt oder Burbach, wo industrielle Vornutzung zu schwer klassifizierbaren Auffüllungen geführt hat. Der Messzyklus erfolgt alle 2 cm, was eine Auflösung ergibt, die kein Rammverfahren erreicht. Die Daten werden digital aufgezeichnet und lassen sich direkt in gängige FE-Programme importieren. Für die Ableitung des undränierten Scherwiderstands in bindigen Schichten nutzen wir den Nk-Faktor, kalibriert an regionalen Erfahrungswerten aus über 150 Projekten im Saarland.
Lokale Besonderheiten
Die Saaraue bringt in Saarbrücken eine besondere Herausforderung mit sich: Hochwasserereignisse und schwankende Grundwasserstände können die Tragfähigkeit oberflächennaher Schichten innerhalb weniger Wochen verändern. Ein statisches Baugrundgutachten, das nur auf punktuellen Bohrungen beruht, übersieht leicht dünne, aber entscheidende Weichschichten. Der CPT-Versuch tastet den Untergrund mit hoher Auflösung ab und deckt solche Lagen zuverlässig auf. Ein weiterer kritischer Punkt sind die teils steifen, vorbelasteten Tone des Unterrotliegenden, die unter Fundamentlast zu verzögerten Setzungen neigen. Ohne CPTu-Messung des Porenwasserdrucks bleibt das Konsolidierungsverhalten dieser Schichten schwer abschätzbar. In Hanglagen wie am Staden oder in St. Arnual besteht zusätzlich die Gefahr von Kriechbewegungen, die sich nur durch eine Kombination aus CPT-Daten und Inklinometermessungen sicher bewerten lassen. Die Drucksondierung reduziert hier das Baugrundrisiko messbar.
Häufige Fragen
Was kostet eine CPT-Sondierung in Saarbrücken pro laufendem Meter?
Die Kosten für eine CPT-Sondierung in Saarbrücken liegen je nach Tiefe und eingesetztem Gerät zwischen 160 € und 210 € pro laufendem Meter. Dieser Richtwert umfasst die Mobilisierung des Raupengeräts, die Kalibrierung des Messkegels, die digitale Aufzeichnung und den technischen Bericht mit Bodenprofil. Bei kleinen Projekten mit geringer Sondiermeterzahl können die Mobilisierungskosten den Meterpreis beeinflussen. Wir erstellen auf Basis der geplanten Sondiertiefe und -anzahl ein Festpreisangebot.
Welche Bodenarten lassen sich mit dem CPT-Versuch in Saarbrücken sicher klassifizieren?
In Saarbrücken dominieren quartäre Kiese, Sande und Auelehme sowie Festgesteine des Karbon und Buntsandstein. Der CPT-Versuch klassifiziert Böden über das Reibungsverhältnis Rf und den normierten Spitzendruck Qt. Sandige Kiese zeigen hohen Spitzendruck bei geringer Reibung, während Auelehme niedrige qc-Werte mit erhöhtem Rf kombinieren. Bei Auffüllungen mit Bauschutt oder Schlacke – in Saarbrücken keine Seltenheit – kann die Klassifikation streuen. Hier empfehlen wir die Kombination mit einer Schurfgrube zur Kalibrierung der CPT-Daten.
Bis zu welcher Tiefe ist eine Drucksondierung im Stadtgebiet Saarbrücken sinnvoll?
Die sinnvolle Sondiertiefe in Saarbrücken hängt vom Bauvorhaben und der geologischen Situation ab. Für Flachgründungen auf den quartären Terrassenkiesen reichen oft 8 bis 12 Meter, um die Tragfähigkeit nachzuweisen. Bei Pfahlgründungen im Saartal, wo der Felshorizont des Karbon erst in 15 bis 20 Metern ansteht, setzen wir das 20-Tonnen-Raupengerät ein und erreichen bei mitteldicht gelagerten Kiesen Tiefen bis 25 Meter. Der Abbruch erfolgt, wenn der Spitzendruck über mehrere Dezimeter konstant über 40 MPa liegt.