← Home · Labor

Proctor-Versuch in Saarbrucken: Normgerechte Verdichtungskontrolle

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

Mit rund 180.000 Einwohnern und einer Topografie, die vom Saartal bis zu den Höhen des Warndt reicht, stellt Saarbrucken spezifische Anforderungen an die Baugrundvorbereitung. Der Proctor-Versuch ist hier nicht bloß eine Routineprüfung – er definiert die Referenzdichte, an der sich jede spätere Verdichtungsleistung auf der Baustelle messen lassen muss. Aushubmaterialien in Saarbrucken variieren stark: vom Buntsandsteinverwitterungslehm der Höhenlagen bis zu den Auelehmen der Saaraue. Ohne eine korrekte Proctorkurve fehlt der Sollwert für den Plattendruckversuch, was bei der Abnahme von Tragschichten regelmäßig zu Diskussionen führt. Unser Labor im Großraum Saarbrucken führt beide Verfahren – Normal- und Modifiziertproctor – nach aktueller DIN 18127 durch und liefert Ihnen die Dichte-zu-Wassergehalt-Beziehung, die Sie für die Ausschreibung und Eigenüberwachung brauchen.

Die Proctorkurve ist der Fingerabdruck Ihres Bodens – ohne sie bleibt jede Verdichtungskontrolle eine Schätzung.

Methodik und Umfang

Die geologischen Gegensätze Saarbruckens werden nirgends deutlicher als zwischen den steifen Tonböden des Stadtteils Burbach und den sandig-kiesigen Terrassenablagerungen in St. Johann. Während ein Normalproctor (2,5 kg Fallgewicht, 25 Schläge je Schicht) für bindige Aushubböden aus dem Karbonsattel oft ausreicht, erfordern die rolligen, gut abgestuften Kiessande aus den Saarauen nicht selten den Modifizierten Proctorversuch mit 4,5 kg Fallgewicht. Dieser bringt die höhere Verdichtungsenergie auf, die moderne Schaffußwalzen im Straßenbau realisieren. Entscheidend ist die Probenvorbereitung: Bei gemischtkörnigen Böden, wie sie beim Aushub der Stadtautobahn A620 anfallen, prüfen wir stets variantenreich mit Überkornkorrektur nach DIN 18127, um eine baustellennahe Verdichtungsvorgabe zu ermitteln. Die Proctorkurve zeigt dann präzise den optimalen Wassergehalt – ein Wert, der bei den oft wechselfeuchten Böden Saarbruckens besonders kritisch ist.
Proctor-Versuch in Saarbrucken: Normgerechte Verdichtungskontrolle
Technisches Referenzbild — Saarbrucken

Lokale Besonderheiten

Saarbruckens bauliche Entwicklung, geprägt durch den Wiederaufbau nach 1945 und die Stadterweiterungen der 1970er Jahre, hat vielerorts heterogene Auffüllungen hinterlassen. Das größte geotechnische Risiko liegt in der Fehleinschätzung der Verdichtbarkeit solcher anthropogen veränderter Böden. Wird ein Proctor-Versuch an einer nicht repräsentativen Probe durchgeführt, stimmt der Sollwert nicht mit dem tatsächlich einbaufähigen Material überein. Im schlimmsten Fall werden Tragschichten mit falschem Wassergehalt eingebaut, die im Herbst bei den typischen saarländischen Dauerregen aufweichen. Setzungen und Spurrinnen in der Fahrbahndecke sind die Folge. Besonders kritisch ist dies in Hanglagen wie am Rotenbühl, wo unzureichend verdichtete Dämme zu Kriechhängen neigen können. Der Proctor-Versuch ist hier die erste und kostengünstigste Risikoprävention im Erdbau.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.vip

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
NormDIN 18127
VerfahrenNormalproctor / Modifizierter Proctor
Fallgewicht Normal2,5 kg
Fallgewicht Modifiziert4,5 kg
Schichtanzahl3 (Normal) / 5 (Modifiziert)
Max. Größtkorn31,5 mm (Rahmen 1000 cm³)
ÜberkornkorrekturDIN 18127, Anhang A
BerichtsformatDigital (PDF) + Papierausfertigung

Zugehörige Fachleistungen

01

Normalproctor-Versuch

Bestimmung der Proctordichte und des optimalen Wassergehalts mit 2,5 kg Fallgewicht. Regelversuch für bindige Böden und den klassischen Erdbau.

02

Modifizierter Proctor-Versuch

Versuch mit 4,5 kg Fallgewicht und erhöhter Schlagzahl. Geeignet für rollige Böden und Anforderungen des modernen Straßen- und Verkehrswegebaus.

03

Probenahme & Überkornanalyse

Fachgerechte Probenahme auf Ihrer Baustelle in Saarbrucken, inkl. Trocknung, Homogenisierung und ggf. Überkornkorrektur nach DIN 18127.

Geltende Normen

DIN 18127 (Proctorversuch), ZTV E-StB 17 (Zus. Techn. Vertragsbedingungen Erdbau), DIN EN 13286-2 (Ungebundene Gemische)

Häufige Fragen

Wann benötige ich in Saarbrucken den normalen, wann den modifizierten Proctor-Versuch?

Der Normalproctor ist der Standard für den klassischen Erdbau und bindige Böden, wie sie im Saarkohlenwald anstehen. Der modifizierte Proctor wird immer dann gefordert, wenn höhere Verdichtungsenergien eingebracht werden – typisch für Tragschichten unter Fahrbahnen nach den ZTV E-StB 17. Wir beraten Sie anhand der geotechnischen Kategorie Ihres Projekts.

Welchen Wassergehalt muss ich auf der Baustelle einhalten?

Das ist die zentrale Aussage des Proctor-Versuchs. Der optimale Wassergehalt (wopt) ist jener Wert, bei dem Sie mit dem gewählten Verdichtungsgerät die maximale Trockendichte erreichen. Er wird zusammen mit der Proctorkurve im Prüfbericht ausgewiesen und dient als Sollwert für Ihre Eigenüberwachung.

Können Sie den Proctor-Versuch auch an grobkörnigen Böden mit Überkorn durchführen?

Ja, bis zu einem Größtkorn von 31,5 mm im 1000 cm³ Topf. Bei höherem Überkornanteil führen wir eine rechnerische Überkornkorrektur nach Anhang A der DIN 18127 durch. Wichtig ist, dass die Probenahme repräsentativ für das gesamte Haufwerk erfolgt.

Was kostet ein Proctor-Versuch in Saarbrucken?

Für einen einfachen Normalproctor-Versuch inklusive Prüfbericht liegen die Kosten in Saarbrucken üblicherweise zwischen €110 und €210, abhängig von Probenvorbereitung und ob eine Überkornkorrektur notwendig ist. Bei größeren Serien bieten wir gestaffelte Konditionen an.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Saarbrucken und seinem Großraum.

Größere Karte ansehen