← Home · Labor

Triaxialversuch in Saarbrucken: Scherfestigkeit präzise bestimmen

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

Saarbrucken liegt auf rund 190 m ü. NHN, geprägt vom Tal der Saar und den umliegenden Hängen des Buntsandsteins. Die jährliche Niederschlagsmenge von über 800 mm führt oft zu wechselhaften Sättigungszuständen im Boden. Für Standsicherheitsnachweise von Tiefbauprojekten nahe der Altstadt oder in Hanglagen reichen einfache Kennwerte nicht aus. Der Triaxialversuch liefert die belastbare Datenbasis. Wir ermitteln den effektiven Reibungswinkel und die Kohäsion unter kontrollierten Dränagebedingungen. Gerade wenn bindige Schichten oder verwitterte Felslagen anstehen, zeigt der Triaxialversuch das tatsächliche Spannungs-Dehnungs-Verhalten. Ergänzend zur Laboranalyse setzen wir die Korngrößenanalyse ein, um die Bodenzusammensetzung zu quantifizieren, und nutzen die Atterberg-Grenzen zur Bewertung der Plastizität der feinkörnigen Anteile.

Der effektive Reibungswinkel aus einem konsolidiert-drainierten Triaxialversuch bestimmt die Sicherheit einer tiefen Baugrube maßgeblich.

Methodik und Umfang

In Saarbrucken sehen wir häufig, dass Bauherren die Steifigkeit des verwitterten Mittleren Buntsandsteins überschätzen. Der Triaxialversuch deckt auf, dass selbst scheinbar feste Horizonte unter Wasserzutritt erheblich an Tragfähigkeit verlieren. Wir führen den Versuch als konsolidierten, drainierten Test (CD) durch. So erhält man die effektiven Scherparameter c‘ und φ‘. Die Probenvorbereitung erfolgt an ungestörten Zylindern aus Kernbohrungen. Während des Versuchs steuert ein Servosystem den Stempelweg mit 0,02 mm/min. Die Sättigung wird über den Porenwasserparameter B geprüft. Ein Wert B ≥ 0,95 ist hier Pflicht. Die Resultate fließen direkt in FE-Modelle zur Böschungsstabilität ein. Bei komplexen Stützkonstruktionen kombinieren wir die Daten zudem mit Berechnungen für Stützmauern, um die Erddruckverteilung realistisch abzubilden.
Triaxialversuch in Saarbrucken: Scherfestigkeit präzise bestimmen
Technisches Referenzbild — Saarbrucken

Lokale Besonderheiten

Ein Neubauprojekt mit zweigeschossiger Tiefgarage nahe der Saarwiesen zeigte kürzlich das Risiko unzureichender Bodenkennwerte. Die Baugrubensohle stand im Übergangsbereich von quartärem Hochflutlehm zu zersetztem Sandstein. Erste Rammsondierungen deuteten auf tragfähigen Boden hin. Der Triaxialversuch offenbarte jedoch eine Kohäsion von lediglich 8 kN/m² nach Wasseranstieg. Dieser Wert lag 60 % unter der ursprünglichen Annahme. Ohne die Versuchsergebnisse wäre eine standsichere, verformungsarme Baugrubenumschließung nicht realisierbar gewesen. Die Konsequenz: Eine Umplanung der Verbauanker und eine Verstärkung der Spritzbetonschale waren zwingend. In Saarbruckens Tallagen mit hoch anstehendem Grundwasser ist eine realitätsnahe Scherfestigkeit über den Triaxialversuch die einzige verlässliche Basis für die Bemessung im Grenzzustand GEO-2.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.vip

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
VersuchstypCD (konsolidiert, drainiert) nach DIN 18137-2
Probendurchmesser100 mm (Standard), 50 mm bei beengten Kernverhältnissen
Verformungsrate0,02 mm/min (achsparallele Stauchung)
Sättigungsgrad B≥ 0,95 (Rückdruck-Sättigung)
Spannungsstufen3 Stufen à 100, 200, 400 kN/m² (Zellendruck)
AuswertungMohr-Coulomb-Hüllkurve, deviatorische Spannung
Probenlagerungungestörte Zylinderprobe, Transport in Stahlhülsen
Normative BasisDIN EN ISO 17892-9, EC 7 (EN 1997-2)

Zugehörige Fachleistungen

01

Konsolidierter Triaxialversuch (CD) mit Porenwassermessung

Durchführung des drainierten Triaxialversuchs an ungestörten Proben. Inklusive Rückdrucksättigung, Konsolidationsphase und geregelter Abscherung. Ausgabe der Mohr-Coulomb-Parameter c’ und φ’ sowie des Spannungs-Dehnungs-Diagramms.

02

Kombinierte Labor- und Felduntersuchung

Probenahme mittels Kernbohrung in Saarbruckens schwierigen Verwitterungszonen. Anschließende bodenmechanische Klassifikation mit Korngrößenverteilung und Zustandsgrenzen plus Triaxialversuch für die erdstatische Berechnung.

Geltende Normen

DIN EN ISO 17892-9:2018 — Triaxialversuch (konsolidiert, drainiert), DIN 18137-2:2011 — Scherversuch, Bestimmung der Scherfestigkeit, Eurocode 7 (EN 1997-1:2004 + EN 1997-2:2010) — Geotechnische Bemessung

Häufige Fragen

Welche Bodenarten in Saarbrucken erfordern zwingend einen Triaxialversuch?

Vor allem bindige Böden und Übergangshorizonte. In den Saarwiesen dominieren quartäre Auelehme mit Tonanteilen über 30 %. Diese reagieren stark auf Porenwasseränderungen. Auch der verwitterte Mittlere Buntsandstein in den Hanglagen erfordert eine genaue Bestimmung der Restscherfestigkeit. Sobald ein Baugrundgutachten auf kohäsive Horizonte hinweist und eine tiefe Baugrube geplant ist, führt am Triaxialversuch kein Weg vorbei.

Welche Kosten entstehen für einen Triaxialversuch im Raum Saarbrucken?

Ein konsolidiert-drainierter Triaxialversuch mit drei Spannungsstufen liegt im Bereich von €1.540 bis €2.120. Im Preis enthalten sind Probenvorbereitung, Rückdrucksättigung, die CD-Phase sowie die Auswertung der Hüllkurve. Hinzu kommen die Kosten für die Kernbohrung und den Probentransport ins Labor.

Wie lange dauert ein drainierter Triaxialversuch nach Norm?

Die reine Abscherphase dauert je nach Durchlässigkeit des Bodens zwischen 24 und 72 Stunden. Die vorherige Sättigungs- und Konsolidationsphase beansprucht oft weitere zwei bis drei Tage. Insgesamt rechnen wir mit einer Woche ab Probeneingang. Bei stark tonigen Proben kann sich die Versuchsdauer verlängern, um einen effektiven Porenwasserabbau sicherzustellen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Saarbrucken und seinem Großraum.

Größere Karte ansehen